Musical Tabaluga und Lilli (Geschichte - Zusammenfassung)


Am Anfang waren das Feuer und das Eis. Das Feuer bedeutet Leben und Licht. Mit dem Eis aber kamen die Dunkelheit und die Kälte. Bewahrer des Feuers sind in grauer Vorzeit die Drachen gewesen, sie selbst waren ein Teil des Feuers oder war das Feuer ein Teil von ihnen? Der Herrscher im Reich der Kälte hieß Arktos. König des eisigen Verderbens, Feind aller Drachen, Triumphator des Bösen! Sein Ziel: Die Vernichtung des Feuers, um alles Leben in seinen tödlichen Bann zu ziehen.

Der uralte Drache Tyrion hat seine ganze Hoffnung auf ein Ei gerichtet, das letzte seiner Art auf dieser Welt: Aus ihm schlüpft Tabaluga, sein Sohn. Wird Tyrions Zeit reichen, um Tabaluga genügend Lehren mit auf den Weg zu geben? Kleine Drachen sind wie Kinder, das Leben ist ein Spiel für sie, und erst Erfahrungen läßt sie reifen. Tabalugas Bestimmung ist es, das wahre Feuer zu finden. Früher als ihm lieb ist, lernt Tabaluga den mächtigen Arktos kennen, der voller Boshaftigkeit zum Beweis seiner Macht zehn junge Drachen auf einen Streich gefrieren läßt und höhnisch droht:" Tabaluga wir sehen uns! Dann gehört dein Feuer mir!"Noch kann Vater Tyrion seinen Sohn schützen, doch er weiß, seine Zeit ist bald abgelaufen.

Ein Freund der Drachenfamilie, der Magier, erscheint, von Tyrion empfohlen und bietet Tabaluga seine Dienste an. In der Tat hat der sie auch bitter nötig! Von nun an begleitet der Magier in ständig wandelnder Form, mal sichtbar, mal im Verborgenen wirkend, den kleinen Drachen auf seiner wunderbaren Reise in Richtung Leben. Wer ist schon dem Mond gebegnet, zumal einem, der nicht stumm ist, sondern auch noch gute Ratschläge gibt, während er einem heimleuchtet und Unterricht in Sachen Feuer erteilt? Gut, daß ein Bienenstich alles andere als ein Stück Kuchen ist und nebenbei höllisch brennt, das können sogar Menschenkinder in der heutigen Zeit erleben, doch für Tabaluga ist das neu.

Auf der Suche nach dem wahren Feuer macht er Bekanntschaft mit einem Vulkan, und wie Eva in der Bibel der Versuchung der Schlange erliegt, (die Sache mit dem Apfel) so spielen der Kratermann und ein gewisser roter Knopf, den er drückt, obwohl das verboten ist, bei einer (Fast-)Katastrophe eine wichtige Rolle. Das Feuer hat viele Gesichter, und die schwarze Witwe Tarantula, eine listige Spinne, will Tabaluga ihre Art von Feurigkeit spüren lassen. Wider Willen und mit Erstaunen muß sie bekennen: Feuer und Gefühl haben etwas miteinander zu tun.

Diese Erkenntnis macht sich Arktos zunutze: Er schafft sich aus Eis eine Tochter, Lilli, das schönste Wesen auf der Weilt, in der Hoffnung, daß Tabaluga´s Herz in ihrer eisigen Umarmung zu schlagen aufhören möge! In vorzeitiger Gewissheit auf seinen Erfolg wird Arktos von seinen Untertanen frenetisch gefeiert: Tabaluga fühlt sich von Lilli magisch angezogen und ihre Kälte läßt ihn zu ihren Füßen erstarrend einschlafen. Durch die Macht des Magiers erscheint ein Ameisenheer und rettet den schlafenden Tabaluga vor dem sicheren Tod. In der Annahme, es mit einem besonders leckeren Reiseproviant zu tun zu haben, wird der Drache unter dem Baum des Lebens agbelegt. Dessen Erzählung nimmt Tabaluga im Traum wahr, doch als er erwacht und Lilli nicht an seiner Seite ist, verläßt in der Lebensmut und alle Hoffnung. Doch auch hier hilft ihm der Magier!

Nachdem Arktos gemerkt hat, daß ihm Tabaluga entkommen ist, greift er zu einer neuen Gemeinheit: Den Spieltrieb des kleinen Drachen ausnzutzend, veranstaltet er in seinem Eispalast eine Riesen-party, während deren Verlauf er Tabaluga dazu verführt, mit ihm um Lilli zu würfeln. Tabaluga setzt sein Feuer aufs Spiel ... und gewinnt! Arktos holt einen Schlüssel hervor und erweckt die Eisprinzessin durch ein paar Umdrehungen zum Leben. Beide, Tabaluga und Lilli bekennen sich zu ihrem Gefühl füreinander, doch nachdem ihr Uhrwerk abgelaufen ist, verharrt Lilli in ihrer Bewegung und wird wieder zur leblosen Figur aus Eis. Tabaluga ist entsetzt.

Auf diesen Moment der Schwäche hat Arktos gewartet. Seine Knechte, die vier Winde stürzen sich auf Tabaluga, dessen Kräfte schnell erlahmen. Da erscheint Tyrion und kommt seinem Sohn zu Hilfe. Doch er ist zu alt, um der rohen Gewalt lange Widerstand leisten zu können. Arktos selbst versetzt ihm den Todesstoß, und sterbend bekennt Tyrion seinem Sohn:" Mein Feuer erlischt, doch meine Liebe wird immer bei dier bleiben." Tabaluga weint um seinen Vater. Vergeblich versuchen die Delphine, ihn mit einem Lied zu trösten. Wieder ist es der Magier, der mit Worten Tyrions versucht, dem kleinen Drachen Trost zu spenden:" Es gibt ein Feuer, das heißer ist als alle Drachenfeuer."

Arktos hat auf den Augenblick seines Triumphes gewartet. Er erscheint mit der Hülle Lillis zum Zeichen seines Sieges. Sein Atem läßt die Umgebung zu Eis werden. Schnee fällt lautlos herab und begräbt alles unter sich. Tabaluga versucht ein letztes Mal sein Feuer einzusetzen, doch seine Kraft schwindet, während Arktos ins Riesenhafte wächst.

Ist Tabaluga verloren? Bleibt Lilli für immer eine Puppe aus Eis? Gibt es eine Rettung für beide? Ist das Feuer schwächer als die Kälte? Bleibt das Böse Sieger über das Gute? Am Ende des Märchens wissen wir alle mehr. Diejenigen, die das alles schon einmal erlebt haben, werden sich erinnern können, und andere, für die das neu und ungewohnt erscheint, ahnen, was ihnen vielleicht noch bevorsteht.

 

Als Überarbeitung von Peter Maffays Urfassung präsentiert sich der neue Sproß in der Musicalfamilie. Wegen des grünen Hauptdarstellers, dem Drachen Tabaluga, verwundert es auch nicht, daß viele Kinder und Familien den Weg ins Centro finden, doch "Tabaluga und Lilly" ist durchaus auch unterhaltsam für alle Altersklassen. Es handelt sich allerdings weiterhin mehr um ein Rock-Musical, Freunde klassischer Musik werden ggf. nicht ganz so sehr begeistert sein.

Neben Theatereinlagen gibt es immer wieder rockige Lieder und auch einen Rap. Dafür sind die Hauptdarsteller Arktos, Tabaluga und Tyrion (Tabalugas Vater) doppelt besetzt: einmal in einer Tänzerrolle und einmal in einer Sängerrolle, die durch gekonnte Bühnentechnik immer wieder ausgetauscht werden. Für die richtige Untermalung sorgt eine Band sowie ein paar Streicher. Das Publikum war begeistert, es gab am Ende ca. 10 Minuten Standing Ovations.

Der Preis ist für ein Musical human, als Student/Schüler spart man zusätzlich, zum Beispiel bezahlt man DM 57,-- statt der "normalen" 101 Mark. Wer "nie erwachsen sein" wollte und sich "immer zur Wehr gesetzt" hat (Zitate aus dem Wohl berühmtesten Lied, "Nessaja"), der läßt sich sicherlich von dem tollen Musical verzaubern. Das ganze dauert inklusive einer halbstündingen Pause und dem Applaus samt Zugabe knappe drei Stunden. Drei Stunden, die sich auf jeden Fall lohnen!

Allerdings gibt es einen kleinen Wehrmutstropfen. In der letzten Szene sind die Personen, die im "Parkett rechts" sitzen, klar benachteiligt, weil sie wegen einer riesigen Arktos-Figur nicht sehen, was auf der gegenüberliegenden Seite sich gerade abspielt. Trotzdem kann ich jedem nur raten, sich auf den Weg nach Oberhausen zu machen - man kann ja bei der Kartenwahl nun vorrausschauend handeln!

 

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